Die globale Ölkrise ist da: „Das bringt die Leute um“

Shownotes

Die Lage auf den globalen Energiemärkten spitzt sich zu. Die Energieexpertin Tatiana Mitrova sieht eine globale Ölkrise mit schwerwiegenden Folgen. Wir sprechen über Ursachen und Szenarien.

Vor knapp zwei Wochen haben sich in Austin, Texas die Größen der US-amerikanischen Ölbranche getroffen. Die Stimmung war angespannt. Auf der ganzen Welt gehen Ölreserven zur Neige. Die verbleibenden Vorräte böten nur “begrenzt Schutz gegen eine anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung”, schreibt die OECD selbst.

Genau das ist aber die Lage: Hormus, die Houthis am Roten Meer, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien. Die Krisen überlagern sich und der Ölpreis ist seit dem Sommer wieder deutlich angestiegen. "Ich würde sagen, dass wir schon in einer globalen Ölkrise stecken. Es gibt einen spürbaren Nachfrageeinbruch und das wird langfristig Auswirkungen haben, für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Das wird ähnlich sein wie die Ölkrise in den siebziger Jahren", sagt Tatiana Mitrova vom Center for Global Energy Policy an der Columbia University.

Die Konsequenzen sind schon jetzt politisch spürbar, ganz konkret sieht man das an Rekorddieselpreisen in den USA. Einige Beobachter rechnen schon mit einem demokratischen Erdrutschsieg bei den Zwischenwahlen. Wie berechtigt diese Hoffnungen der Demokraten sind und auf welche Wunderwaffe Trump im Kampf gegen die hohen Energiepreise hofft - auch das klären wir in dieser Ausgabe von Machtprobe.

Hosts: [Felix Hoffmann]

Mitarbeit: [Marie Welling, Kathrin Jakob, Lilli Belewski]


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Transkript anzeigen

00:00:08: Herzlich willkommen zu Machtprobe, dem Auslands Podcast der FAZ.

00:00:12: Mein Name ist Felix Hoffmann.

00:00:14: Vor knapp zwei Wochen haben sich in Austin, Texas die Größen der US-amerikanischen Ölbranche getroffen – die Stimmung angespannt.

00:00:23: Die Ölreserven gehen zur Neige, die verbleibenden Vorräte böten nur begrenzt Schutz gegen eine anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung, schreibt die OECD selbst.

00:00:34: Genau das ist aber die Lage.

00:00:36: Hormus, die Houthis am Roten Meer, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien – die Krisen überlagern sich und den Ölpreis ist seit dem Sommer wieder deutlich

00:00:46: angestiegen.".

00:00:48: Es passiert eine riesige Demonstration, die für das nächste Jahr einen sehr langen Termin ist.

00:01:07: Das ist schon da.

00:01:10: Wir stecken mitten drin in der globalen Ölkrise, mit Folgen die wir die nächsten Jahrzehnte noch spüren werden.

00:01:16: Das sagt eine meiner Gesprächspartnerin heute Tatjana Mitrova vom Center for Global Energy Policy an der Columbia University.

00:01:24: Was daraus für uns alle als Verbraucher folgt was sie konkret tun sollten auch das verrät die Expertin heute in der Sendung.

00:01:32: Die Konsequenzen sind schon jetzt politisch spürbar.

00:01:35: Ganz konkret sieht man das an Rekorddieselpreisen in den USA.

00:01:40: Manch ein Beobachter rechnet schon mit einem demokratischen Erdrutsch-Sieg bei den Zwischenwahlen.

00:01:46: Wie berechtigt diese Hoffnungen der Demokraten sind und auf welche Wunderwaffe Trump im Kampf gegen die hohen Energiepreise hofft, auch das klären wir heute am sechsohnzwanzigsten September.

00:01:56: zwanzig sechsundzwanzigh bei Machtprobe – schön dass sie dabei sind!

00:02:04: Und schön, dass du mit dabei bist.

00:02:06: Marie Welling aus unserer Weltwirtschaftsredaktion.

00:02:09: Willkommen Marie!

00:02:10: Hi Felix!

00:02:11: Ja Marie vielleicht einmal zu Beginn gibt uns doch mal ein kurzes Update in Sachen Ölpreis.

00:02:16: wo stehen wir gerade?

00:02:17: Vielleicht auch im Vergleich zu den vorherigen Preisschwankungen die wir schon beobachten mussten.

00:02:22: Also tendenziell würde ich sagen das ist die Lage auf dem Rohölmarkt weiterhin sehr angespannt ist.

00:02:28: Die preise sind immer noch recht hoch.

00:02:30: Heute bei ungefähr hundertfünf Dollar pro Beryl, der Nordseasorte brennt.

00:02:36: Wenn man das vergleicht vor dem Krieg ... Das ist ganz gut als Referenz.

00:02:42: Da lag ein Beryll bei circa zweiundsiebzig Dollar kurz vorher genau.

00:02:47: Über

00:02:47: der magischen Hundert-Dollar-Marke wieder?

00:02:49: Genau, jetzt sind wir über der magische Hundertdollarmarke.

00:02:52: Und zu Beginn des Irankriegs stiegen die Preise dann auf knapp hundertzwanzig Dollar an.

00:02:57: Das war einen sehr hoher Ausschlag.

00:03:00: Als es dann das Abkommen zwischen den USA und dem Iran gab, sind die Preise auch wieder nach unten gegangen.

00:03:07: Das war im Juni.

00:03:09: Und als es dann aber wieder angefangen hat, dass sich die USA und der Iran angegriffen haben in der Straße von Hormuz ... und klar war okay, das Abkommen ist eigentlich ... Passé?

00:03:21: Passé genau!

00:03:23: Da sind die Preise dann auch wieder in die Höhe gegangen.

00:03:26: Und was wir jetzt auch merken, ist nachdem die Hutis in der Mähänge Babelmandab diese wichtige Insel erobert haben... Ja?

00:03:34: ...da ist es da nochmal über hundertfünf Richtung Hunderzehntollar schon wiedergegangen.

00:03:40: also Wir sind da immer noch wirklich sagen in einer sehr angespannten Situation.

00:03:45: Ich wollte wissen, was die grundlegenden Treiber von dieser Preisdynamik sind und habe Tatjana Mitrova gefragt.

00:03:57: Seit Beginn des Iran-Kriegs wird der Markt von zwei Dingen bestimmt.

00:04:01: Einerseits ist da die Angst, dass es kein Öl mehr gibt und die Reserven aufgebraucht werden.

00:04:07: Andererseits gibt es die Hoffnung, das es irgendwie zu einer Einigung kommt – und jedes kleine Signal, das Trump bezüglich eines Deals aussendet, irgendeinem Abkommen egal was die Bedingungen sind, beruhigt die Markteilnehmer

00:04:20: enorm.".

00:04:30: Ich finde das ein sehr interessantes Punkt, den Tatjana Mitrova hier anspricht.

00:04:35: Ein Markt der von Schlagzeilen getrieben wird eigentlich.

00:04:39: und die Schlagzahlen wiederum, die schreibt Donald Trump ja quasi selber über Truth Social.

00:04:43: Marie, wie ist es denn bei dir in der Berichterstattung?

00:04:45: Beobachtest du das auch, dass dass Breaking News da einen direkten Einfluss haben auf die Preisentwicklung aktuell?

00:04:53: Ja, definitiv.

00:04:54: Analysten sprechen auch selbst davon, dass der Markt sehr headline-driven ist also sehr davon bestimmt das was wir in den Nachrichten sehen und lesen und dann direkt darauf reagieren.

00:05:04: hinzu kommt ja auch, dass die Reserven jetzt runtergegangen sind in diesen über sechs Monaten des Iran Kriegs Und dementsprechend gibt es weniger Puffer, das wird natürlich eingepreist und desto empfindlicher reagierten dann die Märkte eben auf jegliche mögliche Eskalationen, die da vielleicht in der Nahen Zeit noch kommen könnte.

00:05:32: Man hat es gesehen Anfang September, als die Hutis eben diese wichtige Insel in der Meerengel Babelmandab eingenommen haben.

00:05:40: Da ist der Preis sofort wieder hochgeschossen.

00:05:45: Und gleichzeitig, als man dann gesehen hat das die Ost-West Pipeline, die ja bei diesem Angriff auch beschädigt wurde.

00:05:51: Die war dann kurze Zeit außer Betrieb

00:05:53: ... In Saudi

00:05:54: Arabien?

00:05:54: Genau.

00:05:55: und als die jetzt vor Kurzem wieder in Betrieb genommen wurde, hat sich's auch wieder ein bisschen entspannt.

00:05:59: also Man kann es eigentlich sehr genau beobachten was da passiert.

00:06:03: Ja spannend!

00:06:04: Die Preise bleiben aber hoch.

00:06:05: du hast das zu Anfang gesagt der Inflationsdruck auf den ganzen Welt der steigt.

00:06:10: Wie gefährlich ist das denn für die Weltwirtschaft?

00:06:13: Das ist ja erst mal so.

00:06:14: was Abstraktes, der Ölpreis.

00:06:15: Aber wie groß ist der Schaden, der dadurch entsteht?

00:06:18: Aktuell finde ich es noch sehr schwierig zu sagen einfach weil man solche Effekte oft erst Zeit verzögert sieht und man das vielleicht auch schwierig beziffern kann.

00:06:30: jetzt gerade Es gibt viele Fachleute, die der Meinung sind, dass die Weltwirtschaft das bisher besser verkraftet hat als gedacht.

00:06:38: Gerade am Anfang des Krieges haben ja Analysten von Preisen um die zwei Hundert Dollar pro Beryl gesprochen.

00:06:45: Das haben wir nicht erreicht.

00:06:46: Das gab es bisher noch nicht genau und Die Chefin des internationalen Währungsfonds hat kürzlich gesagt, dass es so eine Art Taut-Szene gibt zwischen den negativen Folgen dieser Energiekrise, in der wir gerade stecken und gleichzeitig dem Investitionsboom, der durch KI vorangetrieben wird.

00:07:05: Wenn man das jetzt mal in Zahlen packt dann ist es so dass der IWF glaubt, dass sich das globale Wirtschaftswachstum immer noch bei um die drei Prozent abspielen wird.

00:07:15: dieses Jahr Das war ... zwanzig, vierundzwanzig bis zwanzag, waren es drei Komma fünf Prozent.

00:07:21: Also man merkt schon, dass das leicht gesunken ist.

00:07:24: Man muss aber dazu sagen, dass die Prognose von Juli war und da war ja wegen des Abkommens alles ein bisschen entspannt haben.

00:07:32: Die OECD hat eine ähnliche Prognosis veröffentlicht also kürzlich... Und die rechnen mit einem Wachstum von zwei Komma neun Prozent.

00:07:41: Okay,

00:07:41: also so um die drei Prozent bleibt's?

00:07:43: Genau!

00:07:43: Also ich glaube in diesem Rahmen wird man sich jetzt bewegen.

00:07:48: schwierig wird es dann wenn das weltweite Wachstag wirklich stark nachlässt und wir gleichzeitig eben eine hohe Inflation haben.

00:07:56: Dann kommen wir wahrscheinlich irgendwann in so ein bisschen schwierigeres Gewässer würde.

00:08:01: ich

00:08:01: behaupte Ja.

00:08:02: Die Blockade der Straße von Amustra hast du zu Anfang gesagt, Analysten haben mit irgendwie Preisen von bis zu zweihundert Dollar pro Beryl gerechnet?

00:08:09: Also diese Szenario einer Blockade das war ja apokalyptisch auch in jeder Planung.

00:08:16: zur Energiesicherheit hat mir Tatiana Mitruwe erzählt.

00:08:18: aber das Öl vom Golf Du hast es schon erwähnt Das hat ja dann neue Wege auf den Weltmarkt gefunden richtig

00:08:26: Genau.

00:08:26: beziehungsweise ich würde sagen Jein Es gibt verschiedene Alternativrouten, aber die können das was durch die Straße von Hormuz transportiert wird nicht komplett ersetzen.

00:08:40: Es gibt zum Beispiel die Ost-West Pipeline über die hatten wir eben schon mal gesprochen.

00:08:45: Die geht durch Saudi Arabien, transportiert das Öl vom Osten zur Hafenstadt Janbu und von dort wird das Öltan übers Rote Meer weitertransportiert.

00:08:58: Das ist, würde ich sagen die leistungsstärkste Alternativroute zu Hormuz.

00:09:05: Reicht aber natürlich auch nicht aus und da haben wir ja jetzt mit den Hutis die Probleme.

00:09:11: das heißt es ist auch nicht ganz sicher.

00:09:14: fest steht aber das sagt auch der Internationale Energieagentur Es gibt eben diese Alternativen Aber sie sind nicht auf solche Mengen ausgelegt wie das jetzt in der Straße von Hormus der Fall

00:09:25: ist.

00:09:26: die Pipeline Janbu, die du gerade beschrieben hast.

00:09:32: Die wurde jetzt zwar wieder repariert aber damit ist die Gefahr ja nicht

00:09:36: gebannt.".

00:09:41: Als das

00:09:41: Disaster am Tor der Tränen im Roten Meer begann wurden auch diese Ausweichrouten blockiert – die Houthis haben genau diese Pipelines angegriffen!

00:09:50: Den aktuellen Preisanstieg sehen wir seit ihrem drohenden Angriff auf Janbu.

00:09:54: Alle haben sich gefragt, ist jetzt alles

00:09:56: verloren?

00:09:58: Jetzt sinken die Preise wieder etwas weil die Saudis verkündet haben dass sie den Schaden beinahe behoben haben.

00:10:04: Aber mit den billigen Drohnen und Raketen die die Houthis haben können Sie diese Infrastruktur sehr einfach erneut angreifen.

00:10:11: Die Zielkoordinaten können Sie sich auf Google Maps raussuchen.

00:10:15: Ich

00:10:15: teile die Erleichterung der anderen Markteilnehmer also nicht.

00:10:23: Ja, sie hat recht.

00:10:24: Also diese Gefahr bleibt definitiv noch bestehen und glaube ich wird uns wahrscheinlich auch noch eine Zeit lang begleiten.

00:10:31: Berichten zufolge stellen sich eben jetzt auch schon die Ölmonarchien dort am Golf darauf ein dass die Straße von Hormuz dauerhaft bedroht sein könnte und investieren schon Milliarden jetzt schon Milliarden Dollar um ihre Energieexporte anderweitig zu transportieren also beispielsweise auch übers Schienennetz.

00:10:49: All das was wir bisher besprochen haben, dass setzt den Ölpreis unter Druck.

00:10:54: Du hast beschrieben wo die ÖlPreise gerade sind aber es ist ja nicht nur das Öl das teuer ist sondern zuletzt war's vor allem der Diesel.

00:11:01: da spreche ich mir auch nachher noch mal drüber weil die sehr hohen Diesel Preise gerade in den USA Wie ist das Marie erklärt?

00:11:07: Der hohe Öl Preis, den hohen diesel preis oder gibt es da auch noch andere Faktoren die eine Rolle spielen?

00:11:12: Also erstmal kann man sagen steigt der Rohölpreis, verteuert sich natürlich auch meistens der Diesel.

00:11:18: Das ist irgendwie klar.

00:11:20: Es spielen aber... das hast du schon richtig geahnt!

00:11:23: Auch noch andere Faktoren eine Rolle.

00:11:24: Das sind zum Beispiel die Raffineriekapazitäten.

00:11:28: sind Raffinerien durch Angriffe oder durch Sicherheitsrisiken beeinträchtigt, wird weniger Diesel hergestellt.

00:11:35: Kommt natürlich auch weniger Diesel auf den Weltmarkt und dann steigt auch der Preis macht ja ist sehr auch ganz logisch.

00:11:41: Raffinirinen sind daher aktuell sowas wie so ein Nadelöre für den Ölmarkt könnte man sagen.

00:11:51: Und die Internationale Energieagentur sagt zum Beispiel, dass der Preisanstieg gerade beim Rohöl quasi nichts ist im Vergleich zu den raffinierten Ölprodukten.

00:12:01: Weil dort die Marktverknapung gerade wirklich sehr stark ist und das sieht man jetzt auch gerade in den Zahlen.

00:12:08: also Anfang September hat der Dieselpreis die Marke von zweihundert Dollar pro Beryl überschritten Und du erinnerst dich, wir liegen ungefähr bei hunderthundertfünf Dollar.

00:12:18: Das heißt es ist eine riesige Differenz zwischen einem Barrelöl und einem Barrelediesel.

00:12:25: Ist also fast doppelt so teuer und mir hat letztens einen Experte im Interview erklärt dass diese Differenzen nicht normal sind.

00:12:32: Also normalerweise liegt das so bei zwanzig bis dreißig Prozent höher.

00:12:37: Was wir jetzt haben sind ja hundertprozent oder fast hundert prozent mehr.

00:12:41: Diese Differenz ist sehr ungewöhnlich und das sehen wir dann eben auch an den Tankstellen.

00:12:47: Ja, und dass wiederum dürfte ja zu tun haben tatsächlich mit dem Ukraine-Krieg unter anderem denn die Ukrainer haben ihre Angriffe auf russische Raffinerien deutlich ausgeweitet.

00:12:58: Das machen sie aber schon eine ganze Weile Und ich wollte von Tatjana Mitrova wissen warum wir jetzt diesen Effekt sehen.

00:13:11: Die meisten russischen Raffinerien wurden mittlerweile mehrfach getroffen.

00:13:15: Dann

00:13:15: wird der Schaden wieder repariert, sie bestellen Ersatzteile, sie bauen sie ein und dann kommt der nächste Drohnenangriff und sie fangen wieder von vorne

00:13:23: an.".

00:13:24: Warum ist das wichtig?

00:13:26: Weil sich dieser Schaden anhäuft.

00:13:28: Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass die Leistungsfähigkeit der Raffinerien abnimmt – wenn sie eine technische Anlage wie eine Raffinerie immer wieder flicken.

00:13:37: Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt.

00:13:39: Irgendwann kann man den Schaden nicht mehr komplett beheben und es dauert jedes Mal länger und länger, bis der Betrieb wieder aufgenommen werden

00:13:47: kann.".

00:13:48: Jetzt

00:13:49: dauert es immer länger, um die Damage zu reparieren.

00:13:55: Hinzu kommt ja auch, dass manche Raffinerien in Russland zum Teil mit Equipment aus westlichen Ländern gebaut wurden und z.B.

00:14:03: aus den USA und deswegen bei dem Equipement von den USA dann in diesem Falle abhängig sind – das sind aber andere westliche Nationen –.

00:14:11: wegen der Sanktion bekommt Russland diese Teile.

00:14:15: Das bedeutet, die müssen sich jetzt irgendwie anders behelfen.

00:14:18: Zum Beispiel müssen sie Teile aus China bekommen aber all das erschwert es gerade den Russen enorm ihre Raffinerien wieder aufzubauen und das führt dann natürlich dazu dass weniger Diesel hergestellt wird weniger Diesel exportiert

00:14:32: wird.

00:14:33: Und das trifft Russland ja auch ganz direkt, wir haben alle die Bilder von langen Schlangen und Schlägereien an den russischen Tankstellen gesehen.

00:14:41: Die Reaktion der russische Regierung war eigentlich nur logisch, Exportverbote für Diesel und das wiederum hat Auswirkungen für die ganze Welt sagt Tatjana Mitrova auch für Länder, die wegen des Ukrainekriegs gar kein russischer Diesel mehr kaufen.

00:15:00: Die Raffinerie-Produkte aus Russland dürfen nicht in die EU importiert werden.

00:15:04: Auch nicht nach Großbritannien, Kanada und USA – im Prinzip in kein großes OECD Land mehr.

00:15:11: Aber sie werden ganz einfach verkauft in die Türkei, nach China, Südamerika oder Südostasien.

00:15:18: Es gab also viele Abnehmer vor allem für russischen

00:15:20: Diesel.".

00:15:21: Und für den globalen Markt ist das einfach auszugleichen.

00:15:25: Okay, der Diesel geht nicht mehr nach Europa aber dafür eben in die Türkei.

00:15:29: unter dem Strich ist es dasselbe Aber Russland hat den Export von Diesel jetzt fast eingestellt und es fehlen siebenhunderttausend Barrel am Tag.

00:15:38: All die Abnehmer konkurrieren.

00:15:39: jetzt so mein kleineres Angebot und es gibt auch keinen Diesel aus den Golfstaaten mehr.

00:15:44: Der Wettbewerb wird also immer größer und das auch noch zu Beginn der Ernteseaison, wenn der Verbrauch hochgeht.

00:15:50: Und die Heizsaison beginnt auch langsam – da kommt also noch mehr Nachfrage!

00:15:54: Deswegen steigen die Preise selbst in einem Land wie den USA, dass eigentlich genug eigene Energie produzieren

00:16:00: kann.".

00:16:06: Marida kommt ja einiges zusammen und die große, große Frage ist natürlich wie geht es mittelfristig langfristig weiter.

00:16:14: Und ganz grob gesagt gibt es drei Szenarien alles wird schnell wieder gut Alles bleibt wie's ist oder alles wird noch viel schlimmer.

00:16:22: siehst du eine Tendenz?

00:16:23: Ja ehrlich gesagt ist das der Blick in die Glaskugel

00:16:26: Der ist immer am spannendsten.

00:16:29: Also meine Theorie ist, dass wir in so eine Phase des Wechseln hin- und herwechselnd eigentlich immer kommen.

00:16:37: Dass wir ein kurzes Auflammen dieses Konflikts immer wieder erleben werden.

00:16:42: Und dann kommt danach vielleicht noch mal ne etwas längere Phase der Entspannung aber das sich das immer ja abwechselt.

00:16:50: Ich glaube auch wenn es tatsächlich eintreten sollte Rodelnden Konflikt irgendwie haben, dann muss sich die Weltwirtschaft daran natürlich anpassen.

00:17:00: Lieferketten muss man umstellen.

00:17:02: also das hat natürlich auch große Konsequenzen aber das wird mit Sicherheit passieren.

00:17:08: der Anreiz ist ja da dass man auch für Staaten mehr Energie-Sicherheit investiert und vielleicht in erneuerbare Energien wiederinvestiert.

00:17:20: Alternativen dann finden.

00:17:21: Okay, also dein Tipp ein anhaltender Konflikt und eine angepasste Weltwirtschaft?

00:17:27: Wie sehen Sie das denn liebe Hörerinnen und Hörern?

00:17:29: sind sie optimistisch dass sich die Lage bald beruhigt oder Sehen Sie eher schwarz und warum?

00:17:35: wir würden uns sehr freuen wenn Sie uns Ihre Meinung und Ihren tipp schreiben per mail an podcast at FAZ.de.

00:17:42: Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über ihren input.

00:17:56: Ja, unsere Expertin liebe Marie die ist glaube ich ganz auf deiner Linie.

00:18:01: Ich habe sie auch gefragt Sie gibt dem alles wird gut Szenario fünf Prozent Wahrscheinlichkeit.

00:18:06: Dem alles wird noch viel schlimmer scenario.

00:18:09: das ist die gute Nachricht.

00:18:10: gibt sie auch nur zehn prozent und sie hält eben Ganz wie du ein mittleres Szenario für die wahrscheinlichste Option.

00:18:18: Und sie hat mir auch erzählt was sie glaubt was dass wir folgen haben

00:18:22: wird.

00:18:26: Das wird zu immer höherem Inflationsdruck führen, einer anhaltend niedrigeren Nachfrage nach Öl und langsamerem Wirtschaftswachstum in den entwickelten Ländern.

00:18:36: Die reichsten Länder können sich weiterhin Öl-, Gas- und Raffinerieprodukte leisten – aber die globale Ungleichheit wird zunehmen, insbesondere in sub Sahara Afrika und in den ärmsten Ländern in Südostasien.

00:18:49: Aber es wird wohl einige Jahre dauern bis das politisch wirklich untragbar wird auf globaler

00:18:54: Ebene.".

00:18:55: Diese Situation kann also lange andauern und wir kommen in eine Art eingefrorenen Konflikt.

00:19:02: Es

00:19:02: ist Schrödingers Hormuz, die mehr Enge ist blockiert aber irgendwie auch nicht.

00:19:07: das wird das neue normal.

00:19:09: manchmal gibt es eine heiße Phase und dann wieder Entspannung.

00:19:12: man kann immer noch Geschäfte machen nur eben zu höheren Kosten Aber es wird immer noch Leute geben die bereit sind das Risiko einzugehen.

00:19:24: Die Lage bleibt also vermutlich angespannt.

00:19:27: Und Marie, bei euch in der Weltwirtschaft geht es ja immer um Geoeconomie, also so die Schnittmenge aus Wirtschaft und Geopolitik.

00:19:34: Da stellt sich für mich die große Frage.

00:19:37: Siehst du denn angesichts der aktuellen Lage einen klaren geopolitischen Gewinner?

00:19:41: Also wer qui bono, wer profitiert?

00:19:45: Also ein ganz klaren politischer Gewinner sehe ich ehrlicherweise nicht!

00:19:48: Ich würde behaupten am ehesten ist das wahrscheinlich China.

00:19:52: Zumindest was... im Image in der Welt angeht.

00:19:56: Also, China hat schon zu einem sehr großen Teil dazu beigetragen den Ölmarkt zu stabilisieren, indem es erst mal auf seine eigenen Vorräte, Reserven zurückgegriffen hat und den Import auch sehr zurückgeschraubt hat.

00:20:08: also daher würde ich sagen ist das Image von China schon gestiegen?

00:20:13: Das lässt sich tatsächlich auch belegen.

00:20:15: Also Wissenschaftler vom amerikanischen Pew Research Center haben jetzt kürzlich herausgefunden dass Menschen in den meisten Ländern, die sie untersucht haben.

00:20:25: Die Führung in China positiver sehen als die Führungen in den USA.

00:20:32: Das finde ich schon sehr spannend.

00:20:34: also da merkt man ja schon in welche Richtung das geht und von daher würde ich sagen naja inwiefern China wirtschaftlich profitiert hat kann ich jetzt schwierig sagen, aber was das Image angeht?

00:20:47: Ich glaube da hat China auf jeden Fall profitiert.

00:20:50: Wie China Gewinn aus der aktuellen Situation schlägt, hat mir Tatjana Mitrova erzählt und sie sieht es ganz wie du!

00:20:56: Es gibt ein Imagegewinn, aber der Gewinn geht darüber auch noch hinaus.

00:21:04: Der einzige Gewinner, den ich sehe ist China.

00:21:07: Erstens waren sie vorbereitet auf die Krise – Sie haben genau das gemacht was sich jetzt den Europäern raten würde.

00:21:13: Sie haben geplant Vorräte angelegt, die Erneuerbaren ausgebaut einfach alle Optionen entwickelt um auf der sicheren Seite zu sein und das sind sie jetzt.

00:21:22: Und China hilft auch dem Rest der Welt den Markt zu stabilisieren.

00:21:26: Das bewundern und respektieren viele andere Länder Und ab einem gewissen Punkt werden die zu den Chinesen kommen müssen und sagen, sorry Leute, könnt ihr uns bitte ein bisschen Diesel verkaufen?

00:21:36: Wir brauchen das dringend.

00:21:38: Das

00:21:38: gibt China mehr Einflussmöglichkeiten – und China profitiert von einer hohen Nachfrage nach ihren Elektroautos, Solarpanelen, Transformatoren, Batterien.

00:21:47: All diese Dinge werden jetzt gebraucht!

00:21:50: Die Clean-Tech-Industrie macht schon elf Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung aus und es wird ihre Wirtschaft weiter

00:21:56: ankurbeln.".

00:22:01: Einen dürfte diese Analyse gar nicht erfreuen, aber er würde vermutlich ohnehin widersprechen.

00:22:07: Das ist US-Präsident Donald Trump!

00:22:10: Der Iran Krieg, den die USA gemeinsam mit Israel begonnen haben, ist der Auslöser der Preisdynamik, die wir gerade sehen und ein zunehmendes politisches Problem für die Republikaner zur absoluten Unzeit.

00:22:32: So viel kostet eine Galone Diesel aktuell durchschnittlich in den USA.

00:22:37: Vor einem Jahr waren es noch drei Dollar und siebzig Cent, und fast täglich klettern die Preise an den Tankstellen auf neue Höchststände.

00:22:45: In den sozialen Medien lassen selbst Trump's eigene Wähler ihrer Wut auf die Regierung freien Lauf.

00:23:11: Die Krise der hohen Lebenshaltungskosten, die Cost of Living Crisis ist zurück in den Schlagzeilen.

00:23:18: Und das ist kein Wunder!

00:23:19: Diesel ist das Blut in den Adern der US-Wirtschaft – steigt der Dieselpreis wird das Leben teurer?

00:23:25: Dreihundertsechzig Dollar zusätzlich fürs Tanken, zweihundertvierzig Dollar für Lebensmittel, hundertzehn Dollar für sonstige Mobilität und zweihundertfünf Dollar für höhere Kreditraten.

00:23:37: Das ist die Berechnung des Chefökonom von Moody's Analytics – insgesamt belaufen sich die zusätzlichen Belastungen für den durchschnittlichen US-Haushalt auf tausendzweihundert Dollar!

00:23:48: Und das allein seit Beginn des Irankriegs Ende Februar.

00:23:52: Aber das ist es wert, findet zumindest der US-Präsident.

00:24:05: Ein Großteil der Wähler sieht das anders – laut einer Umfrage des Nachrichtensenders Fox News bekannt für positive Berichterstattung über Trump sagen, Inflation und Lebenshaltungskosten sind die mit Abstand wichtigsten Themen für Wähler.

00:24:25: Und es sind die Demokraten, denen sie eine größere Kompetenz zuschreiben.

00:24:29: Mit fünfzehn Prozent Punkten Differenz ist der Abstand zu den Republikanern hier deutlich.

00:24:35: Die Wähler könnten die Zwischenwahlen im November nutzen um mit der Trump-Regierung für die Folgen des Irankriegs abzurechnen.

00:24:41: Fürchten viele Republikanaer.

00:24:44: Und das, obwohl die hohen Spritpreise wie Trump selbst sagt nur ein kleiner Preis sind für all das was erreicht wurde.

00:25:02: Also

00:25:08: erstmal ist es so und da sind die USA natürlich nicht alleine mit, dass Diesel häufig der Treibstoff der Wirtschaft ist.

00:25:15: Einfach weil viele Waren per LKW transportiert werden müssen.

00:25:20: Landmaschinen Baumaschinen Busse all das wird mit Diesel angetrieben.

00:25:25: Übrigens in den USA auch Das Militär nutzt auch sehr viel Diesel also in den Panzerns auch Diesel drin.

00:25:32: Und das führt natürlich dazu, dass der Dieselverbrauch im Transportsektor und das schließt es alles mit ein sehr hoch ist.

00:25:40: zwanzig fünfundzwanzig wurde.

00:25:42: in den USA wurden täglich hundertdreiundzwantig Millionen Galonendiesel verbraucht.

00:25:50: Eine Galone sind knapp vier Liter?

00:25:51: Genau ich hab's extra vorher ausgerechnet.

00:25:55: Super!

00:25:55: Also natürlich nicht im Kopf.

00:25:57: Das sind etwa vierhundertfünfundsechzig Millionen Liter Pro Tag.

00:26:04: Und das ist nur der Transportsektor, der aber natürlich zum Großteil beiträgt vom Verbrauch.

00:26:10: Das bedeutet auch ... Wenn man das im Kopf behält, Landmaschinen, Baumaschinen und Lkw die Unternehmen oder auch die landwirtschaftlichen Betriebe, die Diesel nutzen können kurzfristig kaum ausweichen.

00:26:24: Man kann nicht einfach sagen ja dann ... Tank ich Benzin?

00:26:26: Genau, dann tanke ich heute mal Benzin!

00:26:29: irgendwas anderes, E-Zen.

00:26:31: Also ein Spediteur kann seinen Vorpark jetzt nicht mal eben auf e-Lkw umstellen.

00:26:36: Ein Landwirt kann auch nicht sagen wegen den hohen Dieselpreisen verschiebe ich meine Ernte auf nächste Woche.

00:26:42: vielleicht sieht es dann ja besser aus.

00:26:44: Das geht einfach nicht.

00:26:45: und wird der Diesel teurer?

00:26:47: oder ist der Dieselteurer?

00:26:48: Verteuern sich damit fast alle Waren.

00:26:51: Es wird dann auf die Endverbraucher umgelegt.

00:26:54: Klar ... Wenn es teuer ist zu ernten, dann wird natürlich auch das Gemüse teurer letztendlich was ich im Supermarkt kaufe.

00:27:02: Und für Trump ist jetzt natürlich auch, würde ich sagen gefährlich mit den Zwischenwahlen weil jetzt auch die Erntesaison anfängt.

00:27:10: also gerade Landwirte merken es jetzt eben enorm.

00:27:13: Gerade zur Erntesesaison hat man sowieso immer einen saisonalen Peak.

00:27:16: was Diesel angeht und Da könnte ich mir vorstellen, herrscht schon große Unzufriedenheit.

00:27:22: Der Inflationsdruck ist aus den Gründen die du gerade beschrieben hast hoch und das hat ja zuletzt auch dazu geführt dass die US-Notenbank Fett den License erhöht hat zum ersten Mal seit drei Jahren und ja gegen den erklärten Willen von US Präsident Trump.

00:27:35: ja wir erinnern uns an das Drama um die Führung der der US Notenbank.

00:27:42: Wenn es einen Schock gibt bei den Energiepreisen, dann flaut der normalerweise wieder ab mit der Zeit.

00:27:48: Das hat mir Wiener von Peter Stoff erzählt unser Wirtschafts-Korrespondent in Washington.

00:27:53: Aber dieses mal gibt es eine ganz große Angst.

00:27:57: nur diesmal ist ein bisschen anders weil das so zäh ist.

00:27:59: Es bleibt so lange und wenn das so lange bleibt empfangen die Leute andere über nachzudenken wie teuer Sachen sind.

00:28:06: Und es kann sein dass die sogenannten inflations erwartungen so ein bisschen ins Rutschen kommen.

00:28:10: Und wenn Inflationserwartungen ins Retschen kommen, dann wollen die Wollte für ihre Arbeit, für ihre Dienstags, für alles mehr Geld damit sie eben auch das was ihr als höhere Preise erwarten könnt und dann dabei bezahlen können.

00:28:21: Da könnte etwas passieren mit der Inflation dass die Federer Reserve um jedes Mittel unbedingt verhindern will.

00:28:27: Das ist jetzt auch der Grundbaum, obwohl der Druck von Weißenhaus groß war.

00:28:32: Das war der Grundraum, den jetzt die Leitzins erhöht haben.

00:28:38: Die hat ja Signalwirkung für die ganze Welt.

00:28:41: Wie ist das, sehen wir insgesamt weltweit so ein Trend zu höheren Zinsen?

00:28:45: Weil ... Das hätte auch negative Auswirkungen fürs Wirtschaftswachstum.

00:28:49: oder vielleicht kannst du da noch mal den Zusammenhang erklären.

00:28:52: Man sieht schon einen gewissen Trend.

00:28:55: der internationale Währungsfonds geht davon aus dass dieses Jahr die Inflation höher ist global gesehen im Schnitt als im vergangenen Jahr.

00:29:04: Wenn ich mich recht erinnere, sind es vier Komma sieben Prozent in der Prognose letztes Jahr bis ins Vier Komma Eins.

00:29:11: Wir haben ja auch gesehen des Anfangs September die EZB also die Europäische Zentralbank auch ihre Leitzinsen erhöht hat.

00:29:19: man sieht das also auch hier in Europa und die Konsequenzen die dann daraus entstehen sind typischerweise dass ist eben das Wirtschaftswachstum oder das höhere Leitzinnsen das Wirtschaftswachstum Ausbremsen, sie würgen es jetzt nicht komplett ab.

00:29:34: Aber man hat schon einen bremsenden Effekt ...

00:29:38: Sag mal kurz warum?

00:29:40: Weil Kredite für Unternehmen zum Beispiel teurer werden, dann weniger investiert wird beispielsweise in Maschinen oder Gebäude oder auch Personalbau und Immobilienfinanzierungen werden auch teurer.

00:29:53: Das führt dann häufig dazu, dass das Wirtschaftswachstum abflacht.

00:29:58: Das wäre sehr schlechte Nachrichten unter anderem auch für Deutschland.

00:30:02: Lass uns aber in den USA bleiben, Trump der hat das Problem die Behauptung will ich jetzt einfach mal aufstellen im Kern mit verursacht zumindest und er hätte auch die Möglichkeit das Problem zu lösen theoretisch zumindest ja kleinen Beigeben in naos den Iranern Geld zahlen damit der Schiffsverkehr wieder die Straße von Hormus passieren kann.

00:30:21: Aber mal abgesehen vom Völkerrecht verbietet sich das ja auch innenpolitisch.

00:30:27: Was ist der politische Preis davon?

00:30:29: Naja, das könnte ich mir schon vorstellen.

00:30:31: Dass das ein hoher politischer Preis wäre weil es... Ich meine, man vonwünscht sich schon dass sich jetzt ein bisschen diese Ölkrise stabilisieren oder dass sich die Ölzufuhr wieder stabilisiert.

00:30:40: Das wünscht man sich schon aber Es sieht dann ja so aus als ob sie sich auf einem höherem Niveau stabilisierend würde.

00:30:45: und dann auch noch die Grunde mit diesem Geschmack der Niederlage im Grunde.

00:30:51: Das finden ja meinen Kanal natürlich nicht gut.

00:30:53: Wirktnamen sind immer noch so einen stehendes Trauma Afghanistan.

00:30:56: In dem Moment, in dem Iran praktisch in diese Kategorie Vietnam-Afghanistan kategoriert ein bisschen darunter gepackt wird das finden viele konservative Liberale sowie links liberales aber auch konservatives amerikaner überhaupt nicht.

00:31:10: gut.

00:31:10: ja und der geschmack der niederlage der kommt wirklich zur unsheit.

00:31:14: ein guter monat noch bis zu den mitterms Und da sind die aussichten für die republikaner aktuell zumindest alles andere als rosig.

00:31:24: es ging Alle schon lange davon aus, dass die Demokraten das repräsentanten Haus zurücküber überüben können.

00:31:30: Jetzt ist es also interessant, ob sie auch eine Chance im Senat haben.

00:31:35: Da hätten alle vor einem halben Jahr gesagt keine Chance.

00:31:39: Keine Chance!

00:31:40: Das wird wieder bekanisch bleiben.

00:31:42: und jetzt haben wir tatsächlich eine neue Situation.

00:31:45: zum ersten Mal reden werden darüber nicht zum ersten mal aber zum ersten einmal hat man so das Gefühl Texas?

00:31:50: Da könnte sein, dass ein Kandidat aus Texas eine demokratische Senate wird.

00:31:53: Zum ersten Mal – ich weiß nicht seit weiten wie lange – Johnson.

00:31:56: Johnson kam aus Tuxedern Präsidenten in den sechsten Jahren.

00:31:58: Er kam aus Texas.

00:31:59: also das ist jetzt achtzig Jahre her oder sechszig Jahre hierher und solche Überraschungen scheinen jetzt zum ersten mal möglich zu sein und das hängt natürlich damit zusammen, dass diese Politik eben nicht besonders ankommt.

00:32:12: Die Politik kommt nicht besonders gut an, aber muss man auch noch mal sagen.

00:32:16: Wienernt sieht die Chance dass die Demokraten tatsächlich den Senat erobern als Nicht-Besonders hoch an und Tatsächlich sind die USA ja auch einer der größten Ölexporteure Der Welt.

00:32:29: unterstellt sich so ein bisschen die Frage zu für mich zumindest warum haben die USA überhaupt Ein Problem mit hohen energiepreisen?

00:32:35: also warum löst trump dieses problem vor den mittelms nicht einfach indem er Büschen mehr öl

00:32:41: abzapft?

00:32:43: Ich glaube, das würde er gerne.

00:32:46: Die USA sind Teil des globalen Dieselmarkts und können sich davon nicht einfach abkoppeln.

00:32:53: Und auch wenn die USA viel Öl fördern, konkurrieren die amerikanischen Käufer natürlich mit Europaasien und ganz vielen anderen Regionen um den fertigen Diesel.

00:33:02: Das heißt, wenn weltweit weniger Diesel verfügbar ist, steigt dementsprechend der Preis in den USA.

00:33:09: natürlich auch so, dass sich amerikanische Raffinerien am Weltmarktpreis orientieren.

00:33:14: Die verhökern dann ihren Diesel nicht billig im Inland, sondern nur weil das Rohöl vielleicht aus den USA kommt, sondern exportieren es da natürlich auch gerne.

00:33:23: und ich hatte ja vorhin mal diese große Differenz zwischen dem Rohöl-Preis und dem Dieselpreis angesprochen ... Hundert Prozent aktuell.

00:33:30: Genau, hundert Prozent genau!

00:33:33: Und das ist einfach ein sehr, sehr lukratives Geschäft.

00:33:36: gerade Man hat das tatsächlich auch in den Exportzahlen gesehen.

00:33:41: Die USA haben im August ein Rekordwert von ...

00:33:48: Weil es nicht so sehr lohnt wie nie zuvor?

00:33:49: Genau,

00:33:50: d.h.,

00:33:51: da kann man sich grade ganz gut Geld in die Tasche stecken!

00:33:53: Ja, es gibt noch ne ... andere Lösung, auf die die Trump-Regierung aktuell immer wieder verweist.

00:33:59: Die finde ich ganz interessant, denn sie hängt mit einem Event zusammen, mit dem sozusagen das geopolitische Jahr angefangen hat und das war die Entführung des venezolanischen Staatschefs Maduro.

00:34:10: Die Trump Regierung redet immer wieder von einem großen Öldil mit Venezuela – das könnte ja sozusagen die Preise absenken im Inland.

00:34:20: bei diesem oder über diesen Deal haben sich die USA tatsächlich Zugriff auf rund zwanzig Prozent der venezolanischen Ölreserven gesichert.

00:34:29: Und die große Frage ist jetzt, tja was haben sie davon in der aktuellen Situation?

00:34:34: Öl-Reserve ist erstmal etwas das im Boden liegt zum Teil tiefem Boden liegt und auch nicht so ohne weiteres rauskommt.

00:34:43: da muss man erst mal sehr viel Geld investieren und dann muss man sich auch fragen ob sich das lohnt weil man ja auch nicht so ganz genau weiß, wie politisch stabil das Land ist.

00:34:52: Aber der Grund natürlich warum die Regierung reingegangen ist um genau diesen Firmen eine Art Sicherheit zu geben.

00:34:57: Deswegen dieser Deal selbst bringt keine unmittelbare Entlastung dass der mittelfristig was bringen kann wenn amerikanische Firmen ganz stark in Venezuela investieren Das ist völlig klar.

00:35:09: Ja also Wienern sagt Wenn internationale Firmen investieren dann gibt es Entlastungen aber das auch nur mittelfristig.

00:35:15: Wie sieht es denn aus, Marie?

00:35:16: Aus Sicht großer Unternehmen gibt es genügend Anreiz dieses Risiko einzugehen oder ist das noch zu hoch jetzt so groß zu investieren in Venezuela.

00:35:27: Also wir sehen auf jeden Fall Bewegung.

00:35:29: große Ölkonzerne wie Chevron, amerikanische Öleriese der italienischen Konzernen E-Ni und auch das energieamerikanische Energieunternehmen GE Villanova haben nachdem Trump diesen Deal abgeschlossen hat, Milliarden schwere Verträge mit Venezuela unterzeichnet.

00:35:48: Aber haben Sie auch schon irgendwas gemacht vor Ort?

00:35:50: Also ist das Geld geflossen?

00:35:51: Das hat wohl Investitionen getriggert.

00:35:56: Ob da jetzt wirklich was passiert ist, muss ich ehrlicherweise sagen ...

00:36:00: Schwer zu sagen von außen wahrscheinlich ja.

00:36:01: Genau,

00:36:01: das ist sehr schwierig zu sagen!

00:36:03: Auch Exxon Mobil ist wohl gerade dabei, einen Vertrag vorzubereiten.

00:36:07: Also wir sehen da ist definitiv Bewegung drin.

00:36:10: Das Ding ist natürlich auch wenn wir davon ausgehen dass es mit der Öl-Situation so weiter geht wie bisher und die Preise auch immer bei um die hundert Dollar pro Barrel sich vielleicht einpendeln dann ist das natürlich auch lohnenswert da reinzugehen uns zu investieren weil man dann natürlich auch viel Geld rausholen kann.

00:36:33: Trotzdem würde ich sagen, sind dann natürlich noch ein paar Unsicherheiten da.

00:36:36: Also, Venezuela ist jetzt nicht dafür bekannt, das stabilste Land der Welt zu sein.

00:36:41: In der Vergangenheit unter Hugo Chavez wurden ja sehr viele ausländische Ölgesellschaften quasi enteignet.

00:36:48: Das merken sich Unternehmen natürlich ...

00:36:51: d.h.,

00:36:51: man muss sich auch die Frage stellen, okay, wenn wir nach Venezuela gehen, sind wir vielleicht auch noch in zehn oder fünfzehn?

00:36:58: Mit Sicherheit, ja!

00:37:00: Es muss man sich schon fragen.

00:37:02: Die politische Zukunft in dem Land ist gerade auch noch total unklar, keiner weiß wie es da weitergeht.

00:37:07: Und ... Es ist jetzt auch, wie du schon sagst, schwierig oder wie Wiener hat gesagt, schwierig dort einfach hinzugehen und Öl zu fördern.

00:37:16: also da gab's jahrelang unter Investitionen die ganze Infrastruktur wurde furchtbar schlecht gewartet die ganzen Förderkapazitäten sind total geschwächt.

00:37:27: Also Bevor da irgendwas passiert, wird wahrscheinlich noch sehr viel Wasser den Rhein runterfließen.

00:37:34: Ganz genau und es ist ja dann so dass Venezuela auf jeden Fall Trumps Energieproblem oder das Energieproblem der US-Amerikaner nicht lösen wird von den Zwischenwahlen in einem guten Monat.

00:37:44: Der Frust is groß in den USA Und er hat zu einer sehr überraschenden Wende geführt.

00:37:50: Die

00:37:50: wirtschaftliche Kompetenz war eigentlich von der republikanischem Partei gepachtet worden viele, viele Jahre hinweg.

00:37:56: Also man hat eigentlich mal davon ausgegangen, dass Wirtschaft können die Republikaner, die Demokraten können das nicht und jetzt in dieser aktuellen Situation führen sie sehr viel, dass die republikarische Partei sich im Grunde alleine gelassen hat.

00:38:10: Das liegt natürlich bei man ehrlich ist auch an der Veränderung der republikarschen Parteien stärker auch den Arbeitern und so weiter zugewendet hat.

00:38:17: Und das sind Leute, die natürlich viel stärker jetzt vor diesen Entwicklungen betroffen

00:38:21: sind.".

00:38:22: Ja und das muss man natürlich auch nochmal festhalten wirklich hart getroffen von den Energiepreisen.

00:38:27: Sind Menschen mit niedrigen oder vielleicht auch mittleren Einkommen?

00:38:30: Das ist auch bei uns so.

00:38:31: ja jetzt wo es langsam wieder kühler wird stellt sich viele Menschen die Frage wie hoch die Heizrechnung ausfallen wird.

00:38:38: Ich wollte zum Schluss von Tatjana Mitrova oder der Energieexpertin noch mal wissen, was sie uns allen und auch ihnen raten würde.

00:38:44: Die wir ja nichts für diese Lage der Welt können aber am Ende eben die Rechnung bezahlen müssen.

00:38:56: Ganz normale Leute müssen jetzt die Verantwortung für ihre eigene Rechnung übernehmen.

00:39:00: Überdenken Sie, ob sie ihren Diesel behalten wollen oder nicht.

00:39:04: lieber auf Hybrid umsteigen.

00:39:06: und übrigens

00:39:06: wenn sie noch keine Solaranlage auf dem Dach haben vielleicht können sie eine auf ihrem Balkon anbringen.

00:39:12: oder sie sprechen mit ihrem Nachbarn über eine Solaranlager auf dem Mehrparteienhaus Und informieren Sie sich über Wärmepumpen.

00:39:19: Diesel oder Heizöl zu bezahlen, kann in diesem Winter zu einer Herausforderung werden!

00:39:23: Informieren Sie sich über Förderung oder mögliche Steuernachlässe.

00:39:28: Es ist die Verantwortung jedes Einzelnen, die eigenen Ausgaben zu überdenken – ganz als wären sie ein Unternehmen!

00:39:34: Wie würden sie ihre Energieausgaben optimieren?

00:39:37: Wir alle müssen unser Verhalten reflektieren, denn die Regierungen scheinen dazu nicht in der Lage zu

00:39:42: sein.".

00:39:47: Ja, da schlägt die Geopolitik also voll ein ins eigene Konto.

00:39:51: Marie, wie sieht's aus bei dir?

00:39:52: Hast du die Heizung schon angemacht dieses Jahr oder... Noch

00:39:54: nicht!

00:39:55: Du

00:39:55: denn?!

00:39:55: Nee noch nicht.

00:39:56: ja wir wohnen im Altbau.

00:39:57: es wird Kühl bei uns, aber ich grusel

00:39:59: mich.

00:39:59: Ich wohne im Souterrain und da wird es auch bald kühl vor allem am Boden.

00:40:04: Und du hast keine Wärmepumpe?

00:40:05: Ich habe keine Wermepumpe, aber Ökostrom.

00:40:09: Na immerhin!

00:40:10: Das war's für heute.

00:40:11: Vielen vielen Dank dass Sie zugehört haben und vergessen sie nicht uns zu schreiben was Ihr Tipp ist für die nahe und mittelfristige Zukunft der Energiemärkte.

00:40:19: sind Sie optimistisch oder sehen Sie eher schwarz?

00:40:22: und Feedback und Fragen zu unserer Sendung Heute sind natürlich auch immer gerne gesehen, schicken Sie das alles gesammelt an podcastatfaz.de.

00:40:32: Mehr Weltwirtschaft gibt es auf jeden Fall jeden Donnerstag in unserem Newsletter.

00:40:38: Abonnieren sie den gerne auf fatz.net.

00:40:41: Danke fürs Zuhören heute!

00:40:42: Vielen Dank liebe Marie dass du mit dabei warst.

00:40:45: Danke Felix

00:40:46: Bis zum nächsten Mal Ciao.

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